melior AG
Gewichtsmassband richtig einsetzen

In der Galtzeit Speicher füllen

Fachbericht von Stefan Schönbächler, Schweinezuchtfachmann bei melior

Nach Säugezeit und Belegung folgt für die Zuchtsau die Zeit der Auffütterung. In der Reihenfolge der Nährstoffverwertung gilt: Erhaltung vor Fortpflanzung vor Körpergewicht. Gut konditionierte Sauen sind robuster.

Mit dem Absetzen der Ferkel und einem Fastentag beim Stallwechsel wird die Muttersau auf die erneute Belegung vorbereitet. Mit dem anschliessenden Flu- shing, einer sehr intensiven Fütterung mit einem Eiweiss und vitaminhaltigen Deckfutter mit bis zu 50 MJ VES/Tag, werden Hormonhaushalt und Stoffwechsel auf die Belegung vorbereitet. Um vor und während der warmen Sommermonate eine reduzierte Nährstoffaufnahme in der Deckphase zu kompensieren, können dem Futter spezielle Zusätze beigemischt werden.

Sauen auffüttern
In den ersten drei Wochen nach dem Decken wird die Sau über eine erhöhte Futterkurve mit 35 bis 40MJ VES/Tag aufgefüttert. Damit erreicht die  abge- säugte Muttersau ihr Idealgewicht schneller. Ausserdem wird damit die Einnistung der Embryonen gefördert und ein ausgeglichenes Wachstum der
Föten erzielt.
Ab der vierten Trächtigkeitswoche wird die Tagesration auf 28 bis 32 MJ VES reduziert. Dieser Schritt erfolgt jedoch unter Beachtung der Body-Condition- Score-(BCS-)Note, des Aufstallungssystems und der Jahreszeit. Allgemein gilt, dass ein ideales Alleinfutter für Galtsauen 11 bis 12 MJ VES, 130g RP und 60 bis 80g Rohfaser pro Kilo Futter enthält. Inhaltlich ist die Qualität der Faserträger entscheidend.
Spezialisierte Betriebe füttern ihre Galtsauen in Abhängigkeit der BCS-Note mit individuellen Futterkurven. Dies setzt aber eine korrekte BCS-Beurteilung vor- aus. Der Fütterungscomputer muss korrekt eingestellt sein, und die Gewichts- entwicklung der trächtigen Sau muss  intensiv  beobachtet werden.  Die Nähr- stoffversorgung der trächtigen Muttersau ist wichtig; da jedoch evolutions- bedingt die Fortpflanzung vor dem Aufbau des Körpergewichts Priorität hat (Grafik), ist auch in leichten Mangelsituationen die Versorgung der Plazenta nicht gefährdet. Fütterungspläne geben in dieser Phase also Leitplanken zur Nährstoffversorgung. Ein allfälliger Einsatz von Raufutter zur Sättigung muss deshalb nicht bis zur letzten Kommastelle berücksichtigt werden.

Die Ration erhöhen
Ab dem 85. Trächtigkeitstag wird die Ration auf 40 MJ VES pro Tag gesteigert. Durch die erhöhte Energie- und Proteinversorgung werden die Föten, die Gebärmutter und das Gesäuge auf die Geburt und die Säugezeit vorbereitet.
Zum Zeitpunkt der Geburt wechselt die Mineralstoffversorgung von Ein- auf Auslagerung. Diese Umstellung gelingt besser, wenn die Kalziumversorgung am Ende der Trächtigkeit nicht zu hoch ist. Jedoch muss rund um die Geburt rasch und genügend Kalzium zur Verfügung stehen, damit die Muskulatur der Gebär- mutter auf das körpereigene Oxytocin ansprechen kann. Eine hoch verfügbare Kalziumquelle unterstützt diesen Vorgang erheblich. Der Kalziumgehalt im Galtsauenfutter soll den Wert von 6,5g/kg bei 12 MJVES nicht übersteigen.

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