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melior LONGLIFE® © Braunvieh Schweiz

Kein Kalzium vor dem Kalben

Die Galt- und die Transitionsphase bei der Milchkuh sind entscheidend für den Verlauf der anschliessenden Laktation. Die Fütterung in dieser Phase ist deshalb ebenso wichtig wie jene nach dem Abkalben.

Während der Galtzeit befindet sich die Kuh auf der Zielgeraden für den Start in die neue Laktation. Jetzt muss mit der Fütterung der Bedarf des Muttertieres gedeckt, aber auch den Anforderungen des ungeborenen Kalbes an Spurenelementen und Vitaminen Rechnung getragen werden. Schliesslich soll mit der Fütterung bei der Kuh auch die Grundlage geschaffen werden für die Produktion von qualitativ gutem Kolostrum, reich an Immunglobulinen, Spurenelementen, Vitaminen und Nährstoffen.

Reservoir auffüllen

Mit der Zugabe von Mineralstoffen und Vitaminen gilt es jetzt nicht nur Mangel vorzubeugen, sondern auch die Körperreservoirs aufzufüllen. Mineralstoffe sind beteiligt an der Entwicklung der Milchdrüsen sowie am Wachstum und an der Entwicklung des Kalbes. Die Mineralstoffversorgung spielt aber eine wichtige Rolle bei der Unterstützung des Immunsystems. Nebst den Spurenelementen sind die Vitamine A, D3, E, Beta-Carotin, Selen, Kupfer und Zink bedeutend. Sind diese in der richtigen Menge vorhanden, hilft das der Kuh während der Laktation, Stoffwechselerkrankungen zu vermeiden.
Ein korrektes Galtmineralfutter ist reich an Magnesium, Phosphor und Schwefel, aber arm an Kalzium. Die Kalziumaufnahme während der Galtzeit und besonders während der letzten drei Wochen vor dem Kalben sollte vermieden werden, um Milchfieber zu verhindern. Die Berechnung der Anionen- Kationen-Bilanz dient der Kontrolle. Anionen sind K+ und Na+, Kationen Cl– und S2–. Rationen mit hohem Leguminosen-, Grassilage- oder Neuansaat- Anteil sollten ebenfalls vermieden werden.
Gegen Ende der Trächtigkeit steigt der Bedarf an Spurenelementen und Vitaminen für den Plazentatransfer und zur Sicherstellung der Kolostrumqualität.
Zink unterstützt das Immunsytem unter anderem bei der Produktion von Keratin, einem Protein, welches den Bakterieneintritt in den Zitzenkanal verhindert. Kupfer und Selen sind für vielfältige Körperfunktionen wichtig, vor allem auch für die Stärkung der Immunglobuline gegen Krankheitserreger.

Für Fruchtbarkeit . . .

Die Zufuhr von Beta-Karotin als Vorstufe für die Bildung von Vitamin A ist für die Fruchtbarkeit wichtig. Wirksam ist eine tägliche Dosierung von 200mg, welche fördernd auf die Funktion der Eierstöcke wirkt. Für die Progesteron-Synthese wird viel Beta-Karotin benötigt, damit der Eisprung erfolgt. Das "Trächtigkeitshormon" Progesteron ist verantwortlich für die Aufrechterhaltung der Trächtigkeit. Die Zufuhr von Beta-Karotin erhöht auch dessen Gehalt im Blut und verbessert die Kolostrumqualität. Um das Kalb zu schützen, welches ohne eigenes Immunsystem geboren wird, muss das Kolostrum einen hohen Gehalt an Immunglobulinen und Beta-Karotin aufweisen.

. . . und Immunabwehr

Selen spielt eine Mehrfachrolle im Zellstoffwechsel: Als Komponente von Enzymen in der Schilddrüse, in den Eierstöcken und auf der Plazenta. Eine ausreichende Selenversorgung schützt die Zellen vor oxydativen Schäden und sorgt für gute Immunabwehr. Die Selenzufuhr aus unterschiedlichen Quellen (organisch und anorganisch gebunden) führt zu verbesserter Verfügbarkeit und Absorptionsfähigkeit im Körper.
Der positive Effekt der Selenaufnahme macht sich bei der Kuh erst einige Wochen nach der Verabreichung bemerkbar. Deshalb muss der Selenzufuhr nicht nur in der Startphase, sondern auch in der Galtphase grosse Beachtung geschenkt werden.