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Wasser – Sommer wie Winter wichtigstes «Nahrungsmittel»

Nährstoffarme Zeiten können Pferde noch einigermassen erträglich überleben, doch Wassermangel vertragen sie überhaupt nicht. Er bewirkt wie beim Menschen schon nach kurzer Zeit die lebensgefährliche Dehydration (Austrocknung).

Wasser ist zwar im engeren Sinne kein Nahrungsmittel, aber fürs Leben unverzichtbar. Es wird für den Stoffwechsel, zur Produktion von Drüsensekreten (Speichel, Magensäure), zur Flüssigerhaltung des Blutes und zur Thermoregulation benötigt. Der Körper gibt Wasser in Form von Urin, Kot, Schweiss, Ausatmungsfeuchtigkeit und allenfalls Milch ab. Hitze und Anstrengungen (Schwitzen), aber auch Erkrankungen (z. B. Durchfall) können beim Pferd schnell zu einem starken Flüssigkeitsverlust führen.
Bild Hautfaltentest – Dehydration erkennen

Zieht man über der Schulter eine Hautfalte auf, sollte diese beim gesunden, ausreichend mit Wasser gesättigten Pferd, sofort wieder verstreichen – weil das Gewebe prall mit Wasser gefüllt ist. Bei einem dehydrierenden Pferd, das seine Wasserreserven aus dem Darm und dem Bindegewebe in das Blut gezogen hat, wirkt die Hautfalte lederartig, sie verstreicht erst nach zwei Sekunden oder bleibt sogar teilweise stehen. Das ist ein absolutes, sehr ernst zu nehmendes Warnsignal (-> Tierarzt).
Bild Wassereimer immer mit auf Concours!

Das Tränken an Turnieren und Wettkämpfen ist sehr wichtig. Geben Sie einem müden und erhitzten Pferd unmittelbar nach Einsatz das Wasser nur schluckweise. Grössere Mengen sollte es später, nachdem sich Pulswerte und Atemfrequenzen normalisiert haben, trinken. Trinkt das Pferd nicht, bedeutet dies nicht automatisch, dass es kein Wasser benötigt. Es ist möglich, dass durch Stress und Aufregung während der Belastung (besonders bei Turnieren mit langen Transportzeiten), die Sensibilität für das Durstgefühl stark beeinträchtigt oder zeitweise sogar völlig lahmgelegt wird. In diesem Fall geduldig bleiben, immer wieder Wasser anbieten und einen Eimer in den Hänger stellen.


Wasserversorgung im Stall

Um eine möglichst gute Wasseraufnahme anzustreben, sollte dem Pferd das Trinken so angenehm wie möglich gestaltet werden. Tränkebecken müssen immer sauber gehalten werden und sollen genügend Wasserflussmenge haben. Der Wasserdruck darf trotzdem nicht zu hoch sein, damit es beim Drücken nicht spritzt. Das Tränkesystem darf im Winter nicht plötzlich unbemerkt einfrieren. Besteht sogar die Möglichkeit, das Wasser leicht zu temperieren, wird die Wasseraufnahme und die Verdauung positiv beeinflusst.