MINERALSTOFFERGÄNZUNG : AUCH BEI GRÜNFUTTER UNENTBEHRLICH
Gras weist bei verschiedenen Mineralstoffen, unabhängig vom Wachstumsstadium, ein Defizit auf. Ohne eine angepasste Mineralstoffergänzung ist langfristig mit negativen Folgen zu rechnen.
Holstein auf der Weide, Jaunregion
Weidegras alleine genügt nichtWeidegras ist verglichen mit Maissilage im Mineralstoffgehalt
ausgeglichener und weniger defizitär.
Es enthält wenig Spurenelemente (ausgenommen Mangan), aber
auch wenig Natrium und Magnesium. Die
Mengenelemente Phosphor und Kalzium können je nach Bestand und Aufwuchs auch in ungenügenden Mengen vorhanden sein.Weidetetanie = MagnesiummangelDie
Weidetetanie gilt als bekannte Stoffwechselstörungdurch
Magnesiummangel. Der Magnesiummangel kann
auch zu erhöhter Unfruchtbarkeit und Infeketionsanfälligkeit führen. Bei
Weidegang ist das Risiko nicht zu vernachlässigen.
Die
Magnesiumversorgung über das Grünfutter ist beim
ersten Aufwuchs in der Regel tiefer als bei den
Folgeaufwüchsen.
Die Bedeutung des Natrium/Kalium-Verhältnisses Die Magnesiumabsorption ist auf Natrium angewiesen. Sie funktioniert bei einem Natrium/Kalium- Verhältnis im Pansen von ≥5 optimal. Raufutterrationen sind immer reicher an Kalium als an Natrium. Durch die Speichelbildung beim Wiederkauen
wird Natrium freigesetzt
(Natriumrezyklierung) und kann dadurch das Missverhältnis zu Kalium ausgleichen.
Bei Weidegras ist die Natriumrezyklierung ungenügend, da der Speichelfluss bei hohem Wassergehalt der Ration abnimmt. Beim e
rsten Weideaustrieb im Frühjahr wirken all diese negativen Faktoren zusammen. Die
Magnesiumverdaulichkeit ist daher oft stark herabgesetzt.
Die Verdaulichkeit kann bei jungem Gras (arm an Magnesium und Natrium, aber reich an Kalium und löslichem Stickstoff) unter 10% fallen! In
dieser Situation ist zuwenig Magnesium verfügbar. Der Magnesiumspiegel im Blut sinkt abrupt ab
und die
Symptome von Weidetetanie können auftreten.
Der MineralstoffbedarfDieser setzt sich
aus der Summe des Bedarfs des Pansens (für Mikroorganismen) und
dem Erhaltungs- und Produktionsbedarf zusammen. Der
Mineralstoffbedarf einer Milchkuh ist täglich zu decken.
Die Trockensubstanzaufnahme auf der Weide unterliegt grossen Schwankungen (Witterung, Grasbestand, Aufwuchs), somit
werden unterschiedliche Mineralstoffmengen aus der Weide aufgenommen. Beim
ersten Weideaustrieb ist
die Magnesiumversorgung gering und die Körperreservensind
schwer mobilisierbar.
Ein mit Magnesium angereichertes und Ca- und P-haltiges Mineralfutter sollte 15 Tage vor Weideaustrieb und
während mindestens 2 Monaten angeboten werden.In
dieser Phase und abhängig von der Weidedauer/
Tag deckt eine Mineralfuttergabe von 150
g pro Kuh und Tag den Bedarf.
Selbstverständlich enthalten alle PhysiO-Produkte ausreichend Spurenelemente und Vitamine.
Vom zweiten Aufwuchs an kann die Mineralstoffmenge gesenkt werden.
Wichtig ist ebenfalls der Bedarf der Galtkühe abzudecken
Um sicher zu sein,
dass das Mineralfutter auch genügend aufgenommen wird, schlage ich vor, dieses unter das Rau- oder Kraftfutter zu mischen.