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Gesundes Kalb, langlebige Kuh

Nach der Biestmilchphase benötigen die Kälber weiterhin viele Nährstoffe und viel Energie. Eine gute Tränke liefert beides.

Aufzuchtkälber können ihren Nährstoffbedarf ohne die richtigen Milchmengen nicht decken. Die Festfutteraufnahme ist in den ersten Wochen nicht hoch genug, damit die Kälber genügend grosse Tageszunahmen realisieren können. Diese sind aber wichtig, damit die Kälber genügend wachsen und die inneren Organe richtig ausgebildet werden und lebenslang funktionieren.

1200 g TS-Aufnahme

Es bewährt sich, ab der Biestmilchphase bis Woche sieben mit 6 bis 8 kg Milch und der ergänzenden Menge an Milchpulver die Kälber zu versorgen, Ziel bleibt eine tägliche Aufnahme von 1200 g Trockensubstanz (TS) über die Tränke. Nur so ist der Nährstoffbedarf gedeckt, ohne dass bei zweimaligem Tränken der Labmagen überstrapaziert wird. Diese hohe Nährstoffzufuhr in den ersten zwei Monaten trainiert den Stoffwechsel des Kalbes für die späteren Aufgaben als Milchkuh in den ersten Wochen nach dem Abkalben, nämlich die Aufnahme von sehr viel Futter und Nährstoffen. Der Start als Kalb ist also das Training für die Startphase der langlebigen Milchkuh. Anders gesagt: Ein Energiemangel in den ersten Lebenswochen hat beim jungen Kalb gravierende Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit der späteren Milchkuh.
Von Bedeutung ist die Milchpulverqualität, nur hochwertige Milchbestandteile ohne pflanzliche Fette und Proteine garantieren eine vollständige Verdauung. Mehrere Studien zeigen die Vorteile von Milchpulver mit hohem Anteil an Milchbestandteilen sowohl bei den Tageszunahmen der Kälber wie auch dem Verzehr auch nach der Tränkephase. Tierische Proteine haben den Vorteil, dass sie eine positive Wirkung auf die Darmzotten haben und damit die Futteraufnahme erhöht ist. Nach zwei Monaten werden Konzentration und Menge der Tränke reduziert. In dieser Zeit müssen Kälber ihr Geburtsgewicht verdoppelt haben. Bei 900 bis 1000 g Tageszunahmen gelingt dies.

7000 kg weniger Milch

Auch bei der Gesundheitspropyhlaxe bezüglich Lungenkrankheiten und Durchfall hat die hohe Nährstoffzufuhr entscheidende Vorteile: Kälber können nicht steril aufwachsen, sie lernen, mit Erregern in ihrer Umgebung zu leben und umzugehen. Schwache Kälber, und dies sind Kälber mit ungenügender Nährstoffaufnahme, sind anfällig auf Krankheiten und Erreger. Kälber mit richtiger, intensiver Tränkekurve in den ersten acht Wochen gehen gestärkt in diese sensible Phase, und Gesundheitsprobleme bleiben ausserhalb des Kälberstalls. Dies hat weitreichende Folgen, da Kälber ohne Erkrankungen in den ersten Monaten eine rund 7000 kg höhere Lebensleistung erreichen als Kälber mit zwei oder  mehr Erkrankungen. Schon ein Krankheitsfall des Kalbes reduziert die spätere Lebensleistung. Das geht aus einer Studie mit mehreren hundert Kälbern hervor.
Schon bald deckt der Verzehr an Kraft- und Raufutter den Bedarf. Optimal ist, wenn die Kälber schon sehr früh eine Trocken-TMR zur freien Verfügung und Wasser angeboten kriegen. Diese TMR wird aus einem hochwertigen Flocken-Kombi-Futter und Heu oder Luzerne und Leinsaatprodukten zusammengesetzt und ist über mehrere Wochen haltbar.

Mit 150 kg absetzen

Ab einer Aufnahme von gut 2,2 kg nehmen die Kälber zusätzlich Dürrfutter auf. Grassilage ist in dieser Phase der Aufzucht noch nicht einzusetzen, da der Pansen die Säuren nur ungenügend umwandeln kann. Nach einer Tränkephase von gut 13 Wochen werden die ca. 150 kg schweren Kälber von der Milch abgesetzt. Sie sind vom Säufer zum Fresser geworden.