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Fachberichte
  • 9.02.2026

Hygiene als Schlüssel für Tierwohl und Betriebserfolg

Hygiene im Schweinestall ist entscheidend für Tiergesundheit und wirtschaftlichen Erfolg.

Krankheitserreger verbreiten sich über Luft, Wasser, Futter oder Geräte. Vernachlässigte Hygiene führt zu Durchfall, Atemwegsproblemen oder Hauterkrankungen und bremst Leistung und Wachstum. Saubere Ställe reduzieren Medikamenteneinsatz und sichern langfristig stabile Bestände.
Nach jedem Ausstallen müssen Böden, Wände, Tröge und Tränken gründlich gereinigt und anschliessend desinfiziert werden. Flüssigfütterungsanlagen und Leitungen sind regelmässig zu spülen, da sich Futterreste schnell zersetzen und Keime bilden. Auch tragende Sauen sollten vor dem Einstallen gewaschen werden.
Eine klare Arbeitsreihenfolge verhindert Verschleppungen: zuerst Jungtiere, dann ältere, zuletzt kranke Tiere. Für Krankenbuchten braucht es eigene Werkzeuge und saubere Stiefel oder Desinfektionsmatten. Eine funktionierende Lüftung reduziert die Keimbelastung zusätzlich.
 

Wasserhygiene – zentrale Voraussetzung für Tiergesundheit
Schweine brauchen jederzeit Zugang zu sauberem, geschmacklich neutralem Wasser. Tränken müssen gut erreichbar, in korrekter Höhe montiert und leicht kontrollierbar sein. Ecken und schwer zu reinigende Bereiche sollten vermieden werden. Besondere Bedeutung hat die Sauberkeit der Leitungen: In langen oder wenig genutzten Leitungsabschnitten entstehen leicht Biofilme, die Bakterien wie E.coli oder Enterokokken enthalten können. Druckschwankungen lösen Biofilmteile ab und verstopfen Nippel oder belasten die Tiere gesundheitlich. Steht ein Stall leer, vermehren sich Bakterien besonders schnell. Vor dem Neueinstallen müssen Leitungen gründlich gespült und alle Tränkesysteme überprüft werden. Regelmässige Wasserproben, korrekt genommen und rasch ins Labor geschickt, sichern die Qualität. Bei Bedarf können Filter, UV-Licht oder chemische Verfahren wie Chlordioxid oder Peressigsäure eingesetzt werden.


Futterhygiene – Silos und Leitungen sauber halten
Auch Futter kann ein bedeutender Eintragsweg für Keime sein. Silos müssen innen frei von Kondenswasser, Schimmel, Abrieb und Futterresten sein. Mindestens einmal jährlich sollten sie vollständig geleert, mechanisch gereinigt und bei Bedarf desinfiziert werden. Rohre, Förderschnecken und Flüssigfütterungsleitungen sind regelmässig zu spülen; Ablagerungen führen sonst zu Hefewachstum, Fehlgärungen oder Mykotoxinbildung. Neue Futtermischungen sollten erst eingefüllt werden, wenn der Silo vollständig trocken und sauber ist.


Biosicherheit konsequent umsetzen
Eine wirksame Hygieneschleuse mit Stiefelwechsel, Händewaschen und stalleigener Kleidung ist unverzichtbar. Besucher, vom Tierarzt bis zum Handwerker, müssen registriert werden und dieselben Regeln befolgen. Betriebskleidung sollte täglich gewechselt und gewaschen werden, um Keime nicht zwischen Abteilen zu verschleppen.
Beim Tierzukauf sind Quarantänebereiche Pflicht. Neue Tiere sollten erst nach sorgfältiger Gesundheitskontrolle in den Bestand kommen. Transportfahrzeuge müssen sauber sein und dürfen Stallbereiche nicht unnötig befahren.


Kurz zu aktuellen Risiken
Die Afrikanische Schweinepest bleibt eine Herausforderung. Auch wenn die Schweiz bisher verschont blieb, reicht bereits ein unachtsam entsorgtes Fleischprodukt aus betroffenen Regionen, um den Erreger einzutragen. Entscheidend sind deshalb strikte Biosicherheitsmassnahmen, eine funktionierende Hygieneschleuse, klare Besucherregeln und saubere Transportwege. Ebenso wichtig ist die konsequente Hygiene im Stall: saubere Leitungen, kontrollierte Wasserqualität, gepflegte Futteranlagen und ordentlich gereinigte Stallabteile. Nur wenn alle Bereiche, Wasser, Futter, Umgebung und Personenverkehr, konsequent überwacht und sauber gehalten werden, bleibt der Gesundheitsstatus der Tiere stabil und der Betrieb gegenüber Infektionsdruck bestmöglich geschützt.
 

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